Outdoor-Trainings

Warum erlebnispädagogische Elemente ein Seminar bereichern

In vielen Trainings und Schulungen kann man sich ganz gut hinter Worten verstecken, um sich nicht wirklich auf das Seminar und mögliche Veränderungen einlassen zu müssen. Die Erfahrung und wissenschaftliche Studien von Dr. H. Kern und Dr. D. Schmidt, König und König et al. zeigen, dass dies in der Natur und in gemeinsamen Erfahrungen draußen weit schwieriger möglich ist, weil dort „Taten“ sprechen. Zudem zeigen Erkenntnisse der Lern- und Entwicklungspsychologie, dass Handeln und Ausprobieren mehr bringt als tausend erklärende Worte und dass das Gelernte viel besser verstanden wird und „hängenbleibt“, wenn es mit allen Sinnen erfahren und selbst erlebt wurde.

Unternehmen irren allerdings, wenn sie glauben, mit einem Bungee-Sprung oder einem gemeinsamen Riesen-Floßbau können Probleme gelöst werden. „Das ist wie wenn man einen Eimer Wasser in ein großes Feuer gießt – nach einigen Minuten Outdoor-Übungflammt der Brand wieder auf“. Man bringt keine Fußballmannschaft mit zwei Tagen Training zum Aufstieg. Schon Klinsmann hat das eindringlich bei der damaligen WM bewiesen. Outdoor-Aktivitäten müssen in ein ganzheitliches Konzept des Trainings und der längerfristigen Personalentwicklung eingebettet sein und der falsche Umgang damit beginnt meinst schon bei der Vorbereitung. Das setzt ein intensives Klärungsgespräch zwischen dem Kunden, dem Trainer und dem Outdoor-Trainer voraus, indem die Outdoor-Elemente optimal auf die Ziele und Themen der Veranstaltung oder die gewünschte Veränderung hin abgestimmt werden.
Die Kenntnis von Outdoor-Übungen und möglichen Auswertungsfragen, sowie das bewusste Anpreisen von „Aktion, Spaß und Erlebnis“ reicht bei weitem nicht, um all die Aspekte nutzbringend und adäquat einsetzen zu können. Neben fundiertem pädagogischen und sicherheitstechnischen Wissen braucht es auf der Seite der Outdoor-Trainer Erfahrung, Professionalität und die Bereitschaft sich auf die Ziele des Trainings und konkrete Situationen auch spontan kompetent einstellen zu können. Das heißt auch, dass die Outdoor-Elemente individuell für den einzelnen Kunden konzipiert werden, um die entsprechenden Lernsitutionen oder Problemstellungen in der Natur abzubilden. Nur so kann ein Outdoor-Training erfolgreich und sehr nachhaltig dazu beitragen, dass sich auch im Alltag die Dinge positiv für den Kunden entwickeln und ein Seminar durch Outdoor bereichert wird. Das ist das Ziel und nur so macht es Sinn!

Bei guten Outdoor-Trainings sind alle Übungen so konzipiert, dass jeder Teilnehmer für sich entscheidet und für sich die Verantwortung übernimmt, in welchem Umfang er sich in die einzelne Übung einbringt (Prinzip der Freiwilligkeit und Selbstverantwortung). Dadurch entsteht für das Team die Lernchance, sich mit unterschiedlichen Ideen und Möglichkeiten auseinander zu setzen und Lösungen zu entwickeln, durch die das Potenzial aller Teammitglieder genutzt wird. Qualifizierte Trainings mit erlebnispädagogischen Outdoor-Elementen sind gut vorbereitet und verlangen den Teilnehmern und Trainern einiges ab ohne zu überfordern. Die einzelnen Übungen und Aktivitäten sind auf die Ziele des gesamten Trainings und die Entwicklungspotentiale der Gruppe abgestimmt. Manchmal sind sie auch unbequem und fordernd, machen aber auch Spaß und schaffen Motivation sich auf Neues und Unbekanntes einzulassen.

Wo es darum geht, unterschiedliches individuelles Wissen und Können für ein Team, ein Projekt, zwischen mehreren Gruppierungen, etc. für die Zielerreichung und den Erfolg in einem Unternehmen zu nutzen, ist Teamentwicklung nötig. Theoretisches Wissen reicht dabei nicht aus, denn eigene Erlebnisse und Impulse sind gefragt, damit Teamarbeit und Teamerfolg praktisch erfahrbar, Motivation und Teambegeisterung hervorgerufen und entfacht werden. Teamentwicklungen mit Outdoor-Elementen können hier wichtige Impulse leisten und bieten vielfältige Möglichkeiten. Ob es sich um „Kick-Off“-Veranstaltungen zum gegenseitigen Kennenlernen und dem Start eines neuen Teams oder einer Organisation handelt, oder um ein Training zur gezielten Unterstützung einzelner Entwicklungsschritte, bei Outdoor-Veranstaltungen geschieht dies nicht nur mit dem Kopf, sondern mit allen Sinnen. Auch festgefahrene Teamstrukturen und Konflikte können von allen Seiten beleuchtet und bearbeitet werden, so dass am Ende die Beteiligung und Verantwortung jedes einzelnen für den Erfolg klar wird und für alle tragbare Lösungen entstehen. Die gemeinsame Outdoor-Aktivität wird als Situation genutzt, um wirkungsvolle Zusammenarbeit zu erleben, zu analysieren und daraus Entwicklungsfelder für die Zukunft zu erarbeiten. Die eigenen Stärken und Schwächen und deren Einfluss auf den Gruppenprozess und den Erfolg des Teams werden reflektiert und bieten Ansätze auch für persönliche Weiterentwicklung Einzelner.

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