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Führungsimpuls Herz

Wie Herz und Verstand Hand in Hand gehen können

Die Schwierigkeiten des „modernen“ Menschen begannen mit dem griechischen Philosophen Platon – einem Kopfdenker, der Körper und Seele trennte. Leibliche Empfindungen wurden relativiert – die Vernunft thronte über allem...
von Peter Röben

Wie Herz und Verstand Hand in Hand gehen können

„Da bin ich einfach meinem Herzen gefolgt“, „die Stimme meines Herzens hat mir gesagt…“
- Zitate, Sprichwörter und Reime wie diese, machen uns darauf aufmerksam, dass die Funktion des Herzens weit mehr ist, als die einer zuverlässigen Pumpstation; wenngleich es diese Aufgabe grandios erfüllt, fließen doch 4-7 Liter in der Minute bzw. ca. 17.000 Liter Blut an einem Tag durch unser Gefäßsystem.

Kein Organ ist so spürbar für uns, wie das Herz. Hirn, Niere, Leber sind stille Organe, das Herz ist durch sein rhythmisches Pochen (tgl. mehr als 100.000 Mal) spürbar – sein Dasein erleben wir so existenziell, wie bei keinem anderen Organ.

„‘Wir denken hier‘ sagte der Indianer und deutete auf sein Herz“ C. G. Jung

Die Schwierigkeiten des „modernen“ Menschen begannen mit dem griechischen Philosophen Platon – einem Kopfdenker, der Körper und Seele trennte. Leibliche Empfindungen wurden relativiert – die Vernunft thront über allem.
Es kommt darauf an, sich strategisch, geschickt, rational zu verhalten, obwohl der Körper (auch das Herz) andere Impulse senden. Solange wir als zentrale Werte Arbeits- und Wohlstandsstress leben und Werte wie Bindung, Zuwendung und Anerkennung vernachlässigen, gefährden wir unser Herz (buchstäblich – oder auch im übertragenen Sinne im Teamkörper).

In der letzten Zeit gibt es eine Wiederentdeckung des Körpers als Impulsgeber durch verschiedenste Fachrichtungen (z. B. Daniel Goleman, emotionale Intelligenz).
Herzempfindungen sind nicht von Gehirngedanken zu trennen, sondern vielmehr in Verbindung zu bringen. Herz und Verstand müssen zusammenarbeiten.

Welche Folgen „herzloser Führung“ sind heute beobachtbar?

  • Nachlassende Begeisterung/Identifikation
  • Arbeitsvorgänge (auch mit Kunden) erstarren zur „kalten Routine“
  • Bindungsfähigkeit (und Willigkeit) innerhalb des Teams, der Organisation und zu internen Kunden nimmt ab
  • Absicherung ist wichtiger als Chancen suchen und nutzen
  • "Beziehungskälte“ nimmt zu
  • Kühle, kontrollierte Perfektion dominiert im Alltag
  • Fehlende Fehlertoleranz und Mitempfinden
  • Fluchttendenzen (z. B. Versetzung, Krankheit,…)
  • Engpässe (analog Arterienablagerungen), es „flutscht“ nicht mehr so in der Arbeit
  • Rhythmusstörungen im Ablauf
  • Körperliche Überforderung wie Burnout, Hörsturz, Herzprobleme,…

Der Versuch, Bypässe zu legen, z. B. durch kurzfristige Verstärkung, Druck, neue Controllinginstrumente, veränderte Prozesse, wird auf Dauer keinen Erfolg zeigen.

So wie bei unserem Organ Medikamente auf Dauer nicht hilfreich sind – ist oft eine veränderte Lebensführung der einzige nachhaltige Weg zur Gesundung des Herzens.

„Der Weise hat kein verschlossenes Herz, die Herzen der Menschen sind ihm sein eigenes Herz.“ Laotse