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Im Dunkeln den Durchblick bekommen

Die Teilnehmer müssen ihre Sinne schärfen, einander zuhören, sich präzise ausdrücken und die Aufgaben gemeinsam erledigen, sonst kommen sie nicht weiter.
von Theresa Müller-Eichler

Führungstrainings und Teamentwicklungen, die das Wesentliche erlebbar machen

Wenn es darum geht, die eigene Wahrnehmung auf das Wesentliche zu schärfen und dabei als Team und Einzelner ganz besondere und langanhaltende Erfahrungen zu machen, dann bietet sich eine ganz spezielle Maßnahme an: Der Dialog im Dunkeln.

Seit ein paar Jahren nutze ich diese Einrichtung und deren besonderes Ambiente als wichtigen Workshop-Teil für Führungskräftetrainings und Teamentwicklungen.
Es ist beeindruckend, wie wir Menschen uns verhalten, wenn unser wichtigster Sinn, der Sehsinn, wegfällt und wir im Dunkeln auf uns selbst gestellt sind. Zudem werden die Menschen mit dieser Methode aus ihrem gewohnten Kontext, ihrer Komfortzone, herausgenommen und sind damit alle gleich hilflos, aber auch aufmerksam in ihrer Wahrnehmung.
Neben einer sehr persönlichen und individuell tiefgreifenden Erfahrung, wie es unseren blinden Mitmenschen tagtäglich ergeht, ergeben sich aus den verschiedenen Situationen und Erlebnissen unendliche viele Reflexionsmöglichkeiten und Erkenntnisse über das eigene Kommunikations-, Team- und Führungsverhalten, sowie über die Bedeutung von eindeutiger und klarer Kommunikation und abgestimmter Zusammenarbeit.

Je nach Thematik des Seminars sind unterschiedliche Schwerpunkte und Fokussierungen des Trainings möglich.
Bei Führungskräfteseminaren führt zum Beispiel jeweils ein Teilnehmer den Rest der Gruppe durch eine bestimmte Übung im Dunkeln. Er selbst weiß – wie oft im Alltag auch – nur ein paar Rahmenbedingungen, Regeln und das Ziel. Ansonsten hat er nicht mehr Wissen und Durchblick als alle anderen der Gruppe. Situatives Führen und das Zusammenspiel von Führen und dessen Folgen wird live erfahrbar. Meist geht es bei den Übungen darum, gemeinsam eine gute Strategie zu entwickeln, dabei die Potentiale der Gruppe zu nutzen, klare und eindeutige Vereinbarungen zu treffen und laut und deutlich zu kommunizieren. Dass jeder genau weiß, was er zutun hat und wer welche Verantwortung hat, ist im Dunkeln, wo man nicht sieht, was jemand tut oder unterlässt, noch wichtiger als im Alltag. Hier muss sich jeder darauf verlassen und vertrauen, dass jeder seinen Teil zum gemeinsamen Erfolg beiträgt.
Die nonverbale Kommunikationsebene ist ja vollkommen ausgeschaltet und lediglich das Sprechen, Hören, Tasten, Riechen und Fühlen ist noch möglich.

Diese Grenzerfahrung macht emotionale Intelligenz und soziale Kompetenz live erlebbar und die entsprechenden Fähigkeiten werden erkennbar angeregt.
Durch die Unterschiedlichkeit, wie die einzelnen Teilnehmer ihre Übungen angehen, durch die Erfolge und Misserfolge und die Dynamik der Gruppe, lassen sich im Anschluss an das erfahrungsorientierte Erleben im Dunkeln sehr gut im Hellen individuelle und allgemeine Lernergebnisse reflektieren und herausarbeiten. Der professionelle Transfer des Erlernten in den Alltag ist dabei zudem von besonderer Bedeutung, damit nicht nur das Erlebnis im Vordergrund steht.

Bei einer Teamentwicklung ist im Dunkeln schnell zu erkennen, wie das Team funktioniert und kommuniziert, wer welche Rolle innehat und wie die Kompetenzen der einzelnen Mitglieder genutzt werden. Ob die Mitglieder gemeinsam effektiv und lustvoll zusammen arbeiten und wie sie mit Erfolgen und Misserfolgen umgehen. Auch die Frage, wer wie einbezogen und gehört wird, kann man schnell anhand der Übungen erkennen und reflektieren. Die Teilnehmer müssen ihre Sinne schärfen, einander zuhören, sich präzise ausdrücken und die Aufgaben gemeinsam erledigen, sonst kommen sie nicht weiter.
Zudem lernt man die Kollegen besser kennen, kann neues Verhalten ausprobieren und dafür Rückmeldung bekommen. Erfahrungsgemäß unterstützt die gemeinsame Erfahrung die Offenheit im Team und damit die Feedback- und Rückmeldungskultur.

Die Teilnehmer von Veranstaltungen, bei denen ich diese Methode integriert habe, zeigen sich besonders beeindruckt von folgenden Aspekten und Ergebnissen:

  • Dem Aufbau eines vertrauensvolleren Umgangs innerhalb des Teams
  • Der eignen Fähigkeit, sich mit einer ungewohnten Situation zu arrangieren
  • Der Erkenntnis, dass auch scheinbar unlösbare Situationen gemeinsam zu bewältigen sind
  • Ihrer eigenen Konzentration auf das Wesentliche
  • Die Bedeutung der Kommunikation/Sprache und des „aktiven Zuhörens“
  • Dem raschen Erkennen von Kommunikations- und Verhaltensmustern der eigenen Person und des Teams
  • Dem gemeinsamen, nachhaltigen Lernprozess innerhalb kurzer Zeit

Diese positiven Lernerfahrungen hängen allerdings davon ab, wie gut und genau das Seminar und dessen Inhalte auf die Situation und die Ziele der Veranstaltung hin ausgerichtet sind und wie gut die Methode in das Seminar eingebettet ist. Denn die Reflexion im „Hellen“ ist von entscheidender Bedeutung, bezogen auf den Erfolg und der Nachhaltigkeit des Ganzen.
Deshalb konzipiere/n ich/wir jedes Training zusammen mit Ihnen (dem Unternehmen) und den blinden Trainern vor Ort, denn Qualität und der optimale Transfer in den Alltag liegen mir/uns besonders am Herzen.